Der Gang mit Bildern aus der Schulvergangenheit

Graserschule

Wer im Museumsgang den chronologisch geordneten Bildern und Schulutensilien folgt, macht einen Rundgang durch 125 Jahre Graser-Schulgeschichte.


Das Zentralschulhaus im Jahre 1875


Am 1. November des Jahres 1875 wurde das Zentralschulhaus seiner Bestimmung übergeben. Damals zogen in die 24 Klassen 1468 Kinder ein. Davon waren 677 Knaben und 791  Mädchen. Die Knaben waren zuvor in der Münzschule, die Mädchen in der ehemaligen Lateinschule untergebracht.

In der Anwesenheit des Regierungspräsidenten Freiherr von Herrmann, den bedeutungsvollen Worten des Bürgermeister Muncker und auch in der regen Anteilnahme der Bayreuther Bevölkerung kam zum Ausdruck, dass man in der Errichtung des Zentralschulhauses ein kommunales Großereignis erblickte.


Ein altes Klassenfoto erzählt     


Ein ehemaliger Graserschüler erzählt aus seiner Schulzeit.    

  altes Klassenfoto

   Die Klasse des ehemaligen Graserschülers Rudolf Thaddäus Mendel (3. Jahrgangsstufe) mit ihrem Lehrer Gaebelein im Jahre 1919 Man beachte auch die "Fußbekleidung"
der Jungen in der 1. Reihe!

 
   
Erinnerung an die Schulzeit in der Graserschule

Um den geschichtlichen Rückblick mit Leben zu erfüllen, zitieren wir aus einem Brief, den uns Herr Rudolf Thaddäus Mendel in Erinnerung an seine Schulzeit in der Graserschule schrieb: „In der zweiten und dritten Klasse hatte ich Herrn Lehrer Gaebelein, den wir sehr mochten, wenn auch seine Rute stramm über die Innenfläche der linken Hand sauste – mit der rechten mussten wir ja schreiben – aber er war gerecht und gütig. Morgens holte er seine Geige aus dem Schrank, mit Liebe sah er sie an, stimmte sie, ging geigend den Mittelgang auf und nieder und lernte uns Kinder- und Wanderlieder."
Ein ehemaliger Schüler lässt hier seine innige, herzliche Beziehung zu seinem Lehrer durchblicken. Die streng, aber gerecht waltende Zuchtrute konnte dem keinen Abbruch tun. Freilich ist man sicher gut beraten, das hier gezeichnete idyllische Bild nicht als typisch für die Schulverhältnisse damaliger Zeit zu betrachten.

 



Barfußlaufen in der Schule


Am 13. Juli 1900 verfasste Herr Stadtschulrat Kesselring einen Bericht an Herrn Bürgermeister Casselmann über einen Kontrollbesuch in sämtlichen Klassen des Zentralschulhauses, bei dem das Barfußlaufen der Schulkinder einer gestrengen Untersuchung unterzogen worden war.
„Im Laufe des heutigen Morgen habe ich sämtliche Klassen der Zentralschule besucht, die Zahl der barfuß gehenden Schüler festzustellen. Bei dieser Gelegenheit habe ich die Schüler wiederholt aufs eindringlichste ermahnt, mit Schuhen und Strümpfen bekleidet zur Schule zu kommen, habe mich dabei auch vergewissert, daß es die Klaßlehrer an ernsten Mahnungen  auch bisher nicht haben fehlen lassen, es sind sogar einzelne derselben mit Strafen vorgegangen. Nachmittag habe ich in den Knabenklassen kontrolliert, um festzustellen, was meine Mahnungen gewirkt haben."

Außerordentlich auffallend ist der Unterschied zwischen den Ziffern der Knaben- und Mädchenklassen.
Nachmittag lauteten die Entschuldigungen:

  • Ich habe keine Stiefel, oder
  • Meine Schuhe sind zerrissen, sie sind beim Schuster.
  • Mein Vater lässt mich die Stiefel nicht anziehen.
Dieser Bericht schildert uns recht anschaulich die Situation zahlreicher Schulkinder des Zentralschulhauses. Das hartnäckig beibehaltene Barfußlaufen bringt bittere materielle Not zum Ausdruck. Zu ihr gesellte sich noch die seelische Not, die daraus resultierte, dem Erwartungsdruck der Lehrer und der Stadtobrigkeit nicht entsprechen zu können.


Lesen und Schreiben in alter Zeit     


Ein Schaukasten informiert über Lesen und Schreiben in alten Zeiten, als in Schulen noch die deutsche Schrift erlernt wurde, und zeigt dazu die erforderlichen Geräte und Übungsbeispiele: Gänsefeder, Stahlfeder und Tintenfässer, Schiefertafel und Griffel, Schulfibel und Schülerheft.

Ein zweiter Schaukasten gewährt Einblick in die bahnbrechende Schreib-  und Lesemethode von Hans Brückel, gestützt auf eine Brückel-Fibel von 1949.


Die weiteren Themenbereiche     


Die weiteren Ausstellungsbereiche der „Bildergalerie“ sollen hier nur stichpunktartig erwähnt werden.:
    
  • Knaben- und Mädchenabteilung
  • Schule in den 20er Jahren
  • Die Weichen werden falsch gestellt (Nationalsozialismus)
  • Altmaterialsammlung in der Kriegszeit
  • Demokratischer Neubeginn
  • Die Graserschule heute

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